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Einzelausgabe
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„Konsequente Lernerorientierung im Grammatikunterricht“ - erweiterte Internet-Fassung
Inhalt:
Lernerorientierung - eine unendliche Geschichte? – Kommentierte Zitate aus mehr als einem Jahrhundert / zentrale Erkenntnisse zum Grammatikunterricht / Kategorien der Grammatikarbeit / Bedeutung des Übens / Arbeit mit dem Lehrbuch / Äußerungen von Schüler/innen zum Thema Grammatik
Zwei Ausschnitte zur Veranschaulichung
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Ausschnitt 1:
Drei wesentliche Erkenntnisse
Bevor dargelegt wird, wie sich die Förderung der Lernenden im Bereich „Grammatik“ in das Konzept eines wirklich auf Kommunikationsfähigkeit ausgerichteten Fremdsprachenunterrichts fügt, sollen drei Erkenntnisse genauer betrachtet werden, auf die sich die Praxis stützen kann.
Bei didaktischen Entscheidungen müssen Antworten auf folgende drei Fragen gefunden werden:
- Welche Rolle spielen grammatische Signale als Informationsträger bei der Kommunikation?
- Gibt es eine minimum adequate grammar?
- Welche Unterschiede bestehen zwischen dem kommunikativen Einsatz der rezeptiven und der produktiven Fertigkeiten?
Ausschnitt 2:
Kategorien der Grammatikarbeit
Es soll hier der Versuch unternommen werden, die unterrichtliche Arbeit an der Grammatik so zu kategorisieren, dass didaktische Entscheidungen schnell und gezielt getroffen werden können.
Kategorie 1
Die Schüler/innen erhalten Gelegenheit, ihre Fähigkeiten in einer der vier Fertigkeiten auszubauen. Es gibt keinerlei Schwerpunktsetzung im Bereich Grammatik.
Für diese Kategorie muss in allen Lerngruppen der mit Abstand größte Zeitanteil angesetzt werden. Hier gilt es, die Sprechfertigkeit gezielt zu schulen, wobei ein möglichst hoher Prozentsatz an Partnerarbeit für Erfolge in der Breite sorgt. Den Fertigkeiten Leseverstehen und Hörverstehen gebührt große Aufmerksamkeit. Dabei kann man sich auf die oben genannten Erkenntnisse 1 & 2 verlassen; gerade auch lernschwächere Schüler/innen können auf diesen Gebieten auf einen erfreulich hohen Leistungsstand gebracht werden. Vorsichtig ist mit der Fertigkeit Schreiben umzugehen. Hier sollten die Faktoren Zeit und Lernfähigkeit mit Nachdruck beachtet werden.
Die Arbeit in dieser Kategorie hat nur scheinbar nichts mit Grammatik zu tun. Wird die Lernsituation so angelegt, dass Sprache wirklich kommunikativ gebraucht wird, werden mit jeder Äußerung grammatische Signale aufgenommen oder gebraucht. Das Gehirn kann dabei gar nicht anders als von diesen Kenntnis zu nehmen, sie mit vorhandenen Elementen zu vergleichen, das Ganze neu zu strukturieren und unbewusst Hypothesen über Gesetzmäßigkeiten zu bilden. Diese Vorgänge, die Grundlage für ein natürliches Erlernen von Sprache sind, sorgen dafür, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil an Grammatik „gelernt“ wird. Allerdings gibt es eine Bedingung: Der Umgang mit den sprachlichen Mitteln muss wirklich kommunikativ sein. Das laute Vorlesen von bekannten Texten entspricht diesem Kriterium ebenso wenig wie das Lernen und Abfragen von Vokabeln. Diese und andere rein schulische Aktivitäten, über die man beim Gebrauch von Sprache in der Realität nur den Kopf schütteln würde, haben in einem zielgerichteten Fremdsprachenunterricht nichts zu suchen.
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